Interview mit Christoph Lanter

Geschäftsführer, chrisign gmbh, Weinfelden





WTT YLA: Sie sind heute Geschäftsführer der Unternehmung chrisign gmbh in Weinfelden. Was sind die wesentlichen Tätigkeiten in Ihrer Funktion?

Christoph Lanter: Mein Aufgabengebiet ist sehr breit und vielseitig. Ein grosses Pensum nimmt der Verkauf unserer Produkte (CMS gestützte Webseiten) ein. Gleichzeitig unterstütze ich Kunden, die sich über Social Media informieren möchten beispielsweise mittels XING-Workshops, etc. Neben der Akquise sind die Themen Finanzen, Personalrekrutierung sowie Infrastruktur in meinem Aufgabenbereich.


WTT YLA: Was sind die grössten Herausforderungen in Ihrem Job, die Sie aktuell beschäftigen?

Christoph Lanter: Aufgrund des relativ grossen Personalwachstums in den letzten Monaten ist das Thema „Organisation“ sehr präsent. Gleichzeitig versuchen wir eine neue Produktlinie im Markt aufzubauen. Dabei werden wir von einem Team von FHS-Studierenden unterstützt, die dazu eine Projektarbeit schreiben und entsprechende Analysen durchführen. Eine grosse Herausforderung in unserer Branche ist es, qualifiziertes und motiviertes Personal zu finden.


WTT YLA: Über welche Stationen sind Sie zu dieser heutigen Funktion aufgestiegen?

Christoph Lanter: Die chrisign gmbh habe ich 2001 während meinem Vollzeitstudium an der FHS gegründet. Nach Abschluss des Studiums beschloss ich, Alles auf diese Karte zu setzen. Seither wuchs die Firma auf heute insgesamt 9 Mitarbeitende.


WTT YLA: Was waren wichtige Erfolgsfaktoren, die Ihnen diese berufliche Laufbahn ermöglichten?

Christoph Lanter: Als Basis diente mein Studium an der FHS. Ein wichtiger Erfolgsfaktor war und ist zudem, in den „richtigen“ Netzwerken aktiv zu sein und entsprechende Kontakte aufbauen zu können. Der wichtigste Erfolgsfaktor für die chrisign gmbh sind aber motivierte und qualifizierte Mitarbeitende.


WTT YLA: Gab es auch Stolpersteine, die Sie grad noch umkurven konnten oder über welche Sie gar fielen?

Christoph Lanter: Das relativ schnelle personelle Wachstum und die daraus resultierenden, notwendigen Strukturanpassungen in der Organisation – deren Auswirkungen habe ich persönlich unterschätzt. Es ist ein Unterschied, ob man drei oder neun Personen in einem Team ist. Ebenso habe ich gelernt, dass es wichtig ist, sich fokussieren zu können und nicht gleichzeitig fünf verschiedene Ideen umsetzen zu wollen.


WTT YLA: Sie haben 2004 das FHS-Studium Betriebsökonomie Vollzeit absolviert. Was explizit aus dieser Studienzeit glauben Sie hat Ihre Laufbahn mitbegünstigt?

Christoph Lanter: Das Studium gab mir eine gute und breite Wissensbasis. Nicht jede Theorie konnte in der Praxis 1:1 umgesetzt werden. Die Offenheit gegenüber neuen Informationen und der Umgang damit sowie die rasche Einarbeitung – diese Kompetenz konnte ich in der Studienzeit erwerben und ist heute sehr wertvoll


WTT YLA: Wenn Sie das Rad der Zeit in Ihre FHS-Zeit zurückdrehen und nochmals durchstarten könnten. Was würden Sie anders machen?

Christoph Lanter: Fokus auf weniger verschiedene Projekte, um einer gewissen „Verzettelung“ vorzubeugen. Obwohl das aufgrund meiner Neugier schwierig werden dürfte…


WTT YLA: Sie dürfen Anforderungen an eine Fachhochschule formulieren. Welche drei halten Sie aktuell für unabdingbar mit dem Ziel leistungsfähiger FH-Absolventen für die heutige Wirtschaft?

Christoph Lanter: Den Praxisbezug, den FH-Absolventen mitbringen, macht diese zu wertvollen und schnell einsetzbaren Arbeitskräften. Der facherübergreifende Wissenstranfer (z.B. Architekturvorlesungen für Betriebsökonomen) empfinde ich als einen Trumpf der FHS, der während meiner Studienzeit noch besser hätte ausgespielt werden können. Eine wichtige Anforderung heute ist das Selbstmanagement – Mitarbeitende sollen langfristig erfolgreich sein können und nicht kurzfristig ausbrennen.


WTT YLA: Was betrachten Sie heute besonders wichtig in Ihrem generellen Leben?

Christoph Lanter: Entschleunigung gekoppelt mit Genuss und Fokussierung. Wir leben in einer sehr schnellen Zeit mit fast grenzenlosen Möglichkeiten, die uns das Leben bietet. Dies bedingt bewusste Entscheidungen für und gegen Optionen, um den Fokus nicht zu verlieren. Gerade die Internetbranche ist von stetigem Wandel und Neuheiten getrieben. Das Erlernen des bewussten und gezielten Umgangs mit den neuen Medien ist wichtig.


WTT YLA: Noch eine letzte Frage: Der WTT YOUNG LEADER AWARD ehrt die besten Studierendenteams aus den Praxisprojekten und verbindet Wirtschaft, Politik, Wissenschaft und Studierende, jeweils in der Tonhalle und via Social Media. Welchen Wert sehen Sie darin?

Christoph Lanter: Wertschätzung für die Studierenden, die mit einem unglaublichen Aufwand tolle Leistungen bringen. Gleichzeitig ist dies eine gute Networking-Plattform für Absolventen und Arbeitgeber, um sich gegenseitig kennenzulernen.


WTT YLA: Wir danken Ihnen ganz herzlich für das Gespräch und wünschen Ihnen weiterhin privat und geschäftlich alles Gute!