Interview mit Stefan Meier

Inhaber und Geschäftsführer, mediro GmbH, Rorschach





WTT YLA: Sie sind heute Inhaber und Geschäftsführer der Unternehmung mediro GmbH in Rorschach. Was sind die wesentlichen Tätigkeiten in Ihrer Funktion?

Stefan Meier: Die mediro GmbH ist mein eigenes Unternehmen, in dem ich dementsprechend für alles verantwortlich bin. Vom Versicherungswesen über das Marketing bis hin zur Pflege meiner Kooperationen. Eine der wichtigsten Aufgaben ist aber die Akquisition von neuen spannenden Projekten.


WTT YLA: Was sind die grössten Herausforderungen in Ihrem Job, die Sie aktuell beschäftigen?

Stefan Meier: Mein Kerngeschäft ist die Beratung von Kirchgemeinden zu Fragen der Strategie, Finanzen, Organisations- und Kommunikationsfragen. Die allergrösste Herausforderung ist es, potentiellen Kunden aufzuzeigen, was sie erreichen können, wenn sie sich mit diesen Fragen aktiv auseinandersetzen. Der Bedarf ist bei vielen kirchlichen Behördenvertretern noch nicht erkannt.


WTT YLA: Über welche Stationen sind Sie zu dieser heutigen Funktion aufgestiegen?

Stefan Meier: Nach dem Studium an der FHS St. Gallen habe ich ein Jahr als Lehrbeauftragter am Berufs- und Weiterbildungszentrum Rorschach-Rheintal gearbeitet, danach bin ich bei der Raiffeisenbank Rorschacherberg-Thal als Leiter Finanzberatung eingestiegen, bevor ich zu Raiffeisen Schweiz in die Personalentwicklung wechselte. Vor drei Jahren habe ich mich dann mit meinem eigenen Unternehmen selbständig gemacht. Dabei nutzte ich meine langjährige Erfahrung als Kirchenverwaltungsrat, Kirchenpfleger (Finanzverantwortlicher) und Präsident der katholischen Kirchgemeinde Rorschach. Ich habe quasi mein Hobby zum Beruf gemacht.


WTT YLA: Was waren wichtige Erfolgsfaktoren, die Ihnen diese berufliche Laufbahn ermöglichten?

Stefan Meier: Am wichtigsten war wohl, dass ich sehr jung praktische Erfahrung im Rorschacher Kirchenverwaltungsrat und seinen Gremien und Kommissionen sammeln konnte. Ich durfte Verantwortung übernehmen, Ideen entwickeln und umsetzen. Mit dem Wissen aus dem FHS-Studium ergänzt hatte ich dann den Mut, meine Erfahrungen weiterzugeben.


WTT YLA: Gab es auch Stolpersteine, die Sie grad noch umkurven konnten oder über welche Sie gar fielen?

Stefan Meier: Was ich unterschätzt habe ist der administrative Aufwand für eine kleine Firma wie meine.


WTT YLA: Sie haben 2004 das FHS-Studium Betriebsökonomie Vollzeit absolviert. Was explizit aus dieser Studienzeit glauben Sie hat Ihre Laufbahn mitbegünstigt?

Stefan Meier: Ich konnte mich im Rahmen meiner Einzeldiplomarbeit bei Prof. Marco Steiner erstmals mit dem Finanzwesen und der Organisation einer Kirchgemeinde auseinandersetzen und diese erforschen. Die gewonnenen Erkenntnisse nutze ich heute noch täglich.


WTT YLA: Wenn Sie das Rad der Zeit in Ihre FHS-Zeit zurückdrehen und nochmals durchstarten könnten. Was würden Sie anders machen?

Stefan Meier: Wahrscheinlich sehen das einige meiner Dozenten anders, aber ich würde nicht wirklich etwas ändern. Ich glaube aber, dass die FHS sich verändert hat, dementsprechend müsste ich mich auch anpassen.


WTT YLA: Sie dürfen Anforderungen an eine Fachhochschule formulieren. Welche drei halten Sie aktuell für unabdingbar mit dem Ziel leistungsfähiger FH-Absolventen für die heutige Wirtschaft?

Stefan Meier: Eine Fachhochschule muss meines Erachtens den Praxisbezug als ein sehr hohes Gut pflegen. In meiner Erinnerung habe ich im Rahmen der Praxisprojekte sehr viel Anwendbares für das Berufsleben gelernt. Zudem glaube ich, dass eine breite Ausbildung eine gute Basis für den (Wieder-)einstieg ins Berufsleben bildet. Eine Fokussierung soll nachher erfolgen. Und eine FH soll sich klar von der universitären Ausbildung differenzieren, Bologna hin oder her.


WTT YLA: Was betrachten Sie heute besonders wichtig in Ihrem generellen Leben?

Stefan Meier: Meine Gesundheit und dementsprechend sämtliche Faktoren, die diese beeinflussen.


WTT YLA: Noch eine letzte Frage: Der WTT YOUNG LEADER AWARD ehrt die besten Studierendenteams aus den Praxisprojekten und verbindet Wirtschaft, Politik, Wissenschaft und Studierende, jeweils in der Tonhalle und via Social Media. Welchen Wert sehen Sie darin?

Stefan Meier: Ich denke, ein Wettbewerb hat immer eine motivierende Wirkung auf die Teilnehmenden, zudem ist die Award-Verleihung ein nicht zu unterschätzender Netzwerk-Event für die Studierenden. Und zu guter Letzt werden auch immer wieder innovative Ideen geboren, die für die Auftraggeber wertvolle Inputs geben.


WTT YLA: Wir danken Ihnen ganz herzlich für das Gespräch und wünschen Ihnen weiterhin privat und geschäftlich alles Gute!